Campus Platztor

Die Universität benötigt dringend mehr Raum, um ihre Kernaufgaben in der Lehre erfüllen zu können. Der bestehende Campus Rosenberg wird darum mit dem neuen Campus Platztor am Rande der St.Galler Altstadt ergänzt.

Im markanten Holzbau von Graber Pulver Architekt:innen finden 3000 Studierende und Mitarbeitende Platz. Der neue Campus geht im Jahr 2032 in Betrieb.

Die Stimmbevölkerung vom Kanton St.Gallen hiess den Kredit für den Neubau im Juni 2019 gut.

Fakten und Zahlen

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Bauherrschaft

Kanton St.Gallen

Nutzer

Universität St.Gallen

Generalplaner

ARGE Graber Pulver - JACO

Kosten

207 Millionen Franken

Stand

Projektierung

Fertigstellung

2032

Kleine Stadt im grossen Haus

Die Jury kürte im August 2025 das Projekt von Graber Pulver Architekt:innen zum Siegerprojekt. 

Das städtebaulich klug in die Umgebung eingefügte Gebäude funktioniert wie eine kleine Stadt im grossen Haus: Kurze Wege verbinden Lehr-, Arbeits- und Aufenthaltsbereiche unter einem Dach. Um das Gebäude entsteht ein kleiner Park mit Bäumen und Sitzplätzen. Das bestehende Kirchengebäude auf dem Areal bleibt erhalten und wird in den Uni-Betrieb am Platztor integriert.

Das Leitmotiv des Projekts ist die Nachhaltigkeit im umfassenden Sinne. Das Projekt erfüllt damit den Anspruch des Kantons und der Universität auf vorbildhafte Weise: klimafreundlich, wirtschaftlich und offen nach innen und nach aussen.

Mit einer einfachen Baustruktur in der Holzbauweise und einer intelligenten Grundrissgestaltung gelingt der Spagat zwischen Genügsamkeit und Grosszügigkeit. Das Projekt steht zudem exemplarisch für die aktuelle Debatte um das Bauen im postfossilen Zeitalter.

Zeitplan

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2025

Auswahl Siegerprojekt

2026

Planverfahren und Vorprojekt

2027

Bauprojekt und Bewilligungsverfahren

2028

Start Ausschreibungen

2029

Baustart

2032

Fertigstellung

Kosten und Finanzierung

Geldgeber

Betrag in Millionen Franken

Kanton St.Gallen

160

Bund

25

Universität St.Gallen

20

Stadt St.Gallen

2

Gesamtkosten

207

Die St.Galler Stimmbevölkerung stimmte dem Kredit am 30. Juni 2019 zu.

Fragen und Antworten

Mit dem neuen Campus können Lehrräume zentralisiert werden. Mietlösungen werden aufgehoben. Vom Areal aus sind alle Standorte der Universität St.Gallen innert 15 Minuten zu Fuss erreichbar. Das erleichtert den Wechsel zwischen Vorlesungen und fördert den Austausch.

Ein innerstädtischer Campus entlastet zudem die Quartiere Rotmonten und Rosenberg. Das Platztor ist optimal an den öffentlichen Verkehr und an den Fuss- und Veloverkehr angebunden und liegt nahe bei Gewerbe und Gastronomie.

Für den Fuss- und Veloverkehr entsteht ein neuer Geh- und Radweg. Die Situation für Velofahrende am Unteren Graben wird verbessert. Das Areal kann von der Altstadt her ebenerdig über zwei Füssgängerstreifen am Knoten Platztor erreicht werden. Zusätzlich wird die Unterführung am Knoten Platztor für die Fussgängerinnen und Fussgänger ausgebaut.

Das Gebiet ist sehr gut mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen. Die bestehenden Bushaltestellen am Marktplatz/Bohl, Müller-Friedbergstrasse und Schützengarten befinden sich in naher Gehdistanz.

Die Anwohnenden konnten sich im städtischen Mitwirkungsverfahren zur Zonenplanänderung einbringen. Für die städtischen Verfahren zum Sondernutzungsplan und zum Teilstrassenplan gibt es ebenfalls ein Mitwirkungsverfahren.

Um den Platzbedarf bis zur Erstellung des Campus Platztor decken zu können, ist die HSG auf den Betrieb von Provisorien und die Miete von Liegenschaften angewiesen. Dabei verfolgt die Universität seit mehreren Jahren die Strategie, kleinere Einzelobjekte zugunsten von grösseren Liegenschaften abzugeben, um damit den Betrieb kostengünstiger, ressourceneffizienter und für die Ansprüche aus der Lehre besser zu erfüllen.

Bei den grösseren Liegenschaften handelt es sich um Geschäftsliegenschaften in Zentrums- oder Bahnhofsnähe. Die HSG möchte darüber hinaus mit Blick auf das Projekt Platztor Erfahrungen sammeln mit dem Betrieb grösserer Gebäude für Forschung und Lehre ausserhalb des Campus Rosenberg. Im Weiteren trägt die Universität damit dem Bedürfnis Rechnung, für die Bevölkerung spür- und sichtbarer zu werden. 

Für die Realisierung des Hochbauvorhabens wird zurzeit nicht von ausserordentlichen Einschränkungen ausgegangen. Es wird zu Baulärm und Baustellenverkehr im üblichen Rahmen von Grossprojekten kommen. 

Das neue Campus-Projekt am Platztor strebt die SNBS-Gold-Zertifizierung an und stellt sicher, dass der Bau nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich und gesellschaftlich höchsten Ansprüchen genügt. Die innovative Holzbauweise reduziert die graue Energie bei der Erstellung des Gebäudes drastisch, während grosszügige Grünflächen die Biodiversität fördern und die Aufenthaltsqualität steigern. Auch technische Aspekte wie die Energieversorgung sind zentral. Dazu wird ein Energiekonzept erarbeitet.